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FCH_support_SAW
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Re: Reiseberichte

Beitrag von FCH_support_SAW » Mo 19. Aug 2019, 02:56

19.08. Real Betis Sevilla - Real Valladolid 1:2 (0:0)

Bei unserem zweitägigen Sevilla Besuch war schon seit langem das erste Saisonspiel von Betis geplant. Das Schwierigste war erstmal an Karten zu bekommen. Ging im Endeffekt relativ einfach über das online Ticketing und Karten mit Barcode zum selber ausdrucken, die bequem auf die Mail gesendet wurden. Allerdings zu einem stolzen Preis. Karten gehen bei Betis bei 55 EUR in der günstigsten Kategorie los. In Spanien gehen die Karten sehr spät online so dass eine Woche vor dem Spiel immer noch nichts verfügbar war. Dann plötzlich online geschaut und nahezu alles ausverkauft. Ich habe später erfahren, dass Betis wohl weit über 40.000 Dauerkartenbesitzer hat. 2 zusammenhängende Plätze gab es dann nur noch auf der Haupttribüne. Stolze 84 EUR die Karte. Naja Urlaub und ich war halt heiß drauf.

Vor dem Spiel hatten wir noch etwas Zeit und wollten noch eine Führung im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan machen, dem Stadion von Stadtrivale F.C. Sevilla. Dies war allerdings aktuell nicht möglich da ein Teil der Aussenfassade der Haupttribüne umgebaut wird. Das Stadion konnten wir also nur von außen bewundern und macht ordentlich was her. Also ging es gut 2 1/2h vor dem Spiel etwa 4km weiter Richtung Estadio Benito Villamarin.
Auf dem Weg dahin haben wir Jose kennengelernt, einen Spanier, der in Deutschland lebt und gute Kontakte zur Ultra-Szene pflegt. Er hat uns dann auch gleich mitgenommen, in eine Straße hinter das Stadion, in der die Ultras etwa 2h vor dem Spiel zu Hunderten sich einsangen, viel tranken und das ein oder andere Genussmittel zu sich nahmen. Dazu immer mal wieder auch Pyro und Rauch. Mir war dabei etwas mulmig weil wir ne ganze Weile direkt neben dem Trommler standen und ich nicht wusste, wie „fremde“ Fans dort aufgenommen werden. Irgendwann kam dann mein Hansa Tattoo zur Sprache und man tauschte sich kurz über Hansa aus, aber alles entspannt und sehr freundlich.
Das Spiel war für 21 Uhr angesetzt also machten wir uns gegen 20.20 Uhr auf den Sprung ins Stadion. Kontrollen gab es so gar keine und damit meine ich gar keine. Die Spanier schleppen da Essen und Getränke rein.
Das Spiel war mit 51.497 Zuschauern so gut wie ausverkauft. Ich war etwas verwundert, als 20.30 Uhr beide Mannschaften in die Kabinen verschwanden, es war ja noch eine halbe Stunde Zeit bis Spielbeginn. Denkste. Das Spiel wurde 20.40 Uhr angepfiffen, warum auch immer. Einige Leute in unserem Block kamen auch zu spät.
Der erste Gändehautmoment dann beim Einlaufen der Mannschaften, die Betis-Hymne, inbrünstig von wirklich jedem im Stadion gesungen, dazu eine schöne Schalparade. Wahnsinn was so ein Stadion, bei dem nur die Haupttribüne überdacht ist für Krach machen kann.
Betis mit einigen namhaften Neuzugängen wie Nabir Fekir und 28 Millionen Mann Iglesias, dazu natürlich Clublegende Joaquín.
Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für verstorbene Mitglieder und Angestellte des Vereins. Das soll wohl Tradition am ersten Spieltag sein. Es war wirklich still, nur das Knacken der Nüsse war im Stadion wie ein ätzendes Hintergrundgeräusch zu hören. Irgendwie komisch. So ging das das ganze Spiel, das fast jeder um uns herum diese „Reyes“ wegnaschte und einen Dreck auf seinen Platz hinterließ. Wahnsinn! Überhaupt das Stadion sehr dreckig und baufällig aber mit tollem Charme. 3 gewaltige Ränge, die steil nach oben ragen.
Zurück zum Spiel: verhaltener Beginn von beiden Mannschaften bis Valladolid einmal steil durch kam und der Heimtorwart viel zu übermotiviert den Stürmer umhaut. Rote Karte nach 7min!!! Der bereits 38 jährige Joaquín war das Opfer und wurde gegen den neuen Torwart ausgewechselt. Sehr schade, den hätte ich natürlich gerne gesehen. Übrigens musste auch der Stürmer verletzt runter und auch die Gäste aus Valladolid mussten früh tauschen. Die erste Halbzeit mit ein paar Halbchancen und überwiegend Ballbesitz für die Gäste, die natürlich nun mehr als 80min in Überzahl agieren konnten. Stimmung sehr gut, gar nicht mal so sehr vom Ultras-Block, da habe ich schon stärkere gesehen, aber vor allem wenn alle anderen Tribünen mit eingesetzt haben.
Zweite Halbzeit dann das 0:1 irgendwie aus dem
nichts, gerade als Betis das Spiel besser unter Kontrolle bekommen hat. Ein Flachschuss aus 18m. Die etwa 100 Gästefans, die im Rang direkt unter uns saßen, konnten wenigstens etwas auf sich aufmerksam machen. Betis mit der schnellen Antwort, nach schöner Kombination und Finte durch die Beine stand der Stürmer völlig frei und schob aus Nahdistanz zum verdienten 1:1 ein. Völlige Extrase und das Stadion explodierte. Danach auch ein Gesang, der extrem brachial kam. Nun war das Stadion richtig da und jeder Einwurf, jede Ecke wurde begeistert gefeiert. Kurz vor Schluss dann aber die Ernüchterung, nach schönem Angriff und Kombination über mehrere Stationen trafen die Gäste aus spitzem Winkel aus der Drehung trocken ins lange Eck. So laut wie es vorher war so schnell war die Euphorie auch weg und viele verließen in der 88min das Stadion. Generell ist es heftig wie schnell sich so eine große Schüssel leert.
Nach dem Spiel dann wieder mit Jose getroffen und das Spiel ausgewertet. Es war auf jeden Fall ein Highlight, das Stadion hat seinen speziellen Charme, hier wird Fußball noch gelebt, jede Tribüne macht mit und man sieht keine high Society auf der Haupttribüne, sondern Fußballfans. Stimmung wirklich gut und irgendwie familiär. Meiner Frau und mir hat es sehr gut gefallen.
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Re: Reiseberichte

Beitrag von Georghansafan » So 6. Okt 2019, 21:41

es ist zwar ein bisschen her, aber ich wollte erst über die Tour schreiben, wenn ich auf meiner Homepage fertig bin. Heute Teil 1:

Bekloppte Anreise und viele Länderüberquerungen.

Am 21.07.2019 fuhr ich per Flixbus (aufgrund eines Chorauftritts am Abend zuvor) um halb 2 Uhr nachts von Rostock nach Kopenhagen. Mein Fahrrad RR2 kam mit. Damit begann auch eines der 1. Kleinen Probleme, der Fahrer bzw. der Mitarbeiter beim Fahrer konnten kein Deutsch. Daher dauerte es ein wenig, bis sie verstanden, was ich mit meinem Fahrrad wollte. Auch beim Raufstemmen musste ich vieles alleine machen. Als er dann mit ein wenig Verspätung los fuhr, fuhr er auch nicht mit der Fähre von Rostock - Gedser, sondern fuhr lieber die Fährverbindung Putbus - Dänemark. Dank einer Kontrolle bei der Grenze und des Nichtverstehens der Fahrer, musste jeder einzelne kontrolliert werden, weil die beiden das Wort: Passagierliste in verschiedenen Sprachen nicht verstanden. Gegen 9 Uhr errreichte der Bus mit knapp einer Stunde Verspätung Kopenhagen. Hier war es dem Hauptfahrer wichtiger bei strömenden Regen in der Nähe der Tür zu rauchen (wahrscheinlich auch sehr cool für die Fahrgäste, die bis Stockholm fuhren). Dadurch bekam ich mein Fahrrad noch später. Bei mir machte sich für 2 Sekunden sogar die Sorge breit, er könnte mit meinem Fahrrad weiterfahren. Für alle Nachahmer: Mit Fähre, Bus/ Fahrradfahrt und Zug seit ihr definit entspannter in Kopenhagen, als mit Flixbus.

In Kopenhagen fuhr ich bei strömenden Regen und ohne Jacke, die war sicher und bequem bei mir zu Hause, zum Hostel. Hier stellte ich meine Sachen ab und fuhr dann in die Innenstadt. Hier fand ich eine Wechselstube und dann ein nettes Fahrradcafé. Leider waren Lage und Ambiente besser als das Essen bzw. die heiße Schokolade (kleiner Exkurs: seit der letzten Tour schaue ich, wo es die beste heiße Schokolade gibt: bisher in Tallinn in der Innenstadt und in Hamburg in einem Café direkt beim Bahnhof in der Aussteigrichtung, wo der riesige Saturn ist (wer Lust hat darf mir per PN schreiben, wo es andere solche Hotspots gibt)). Aber ich war ja auch zum Hoppen gekommen, also ging es zum Hauptbahnhof. Hier lies ich RR2 stehen, weil ich in Malmö mal zu Fuß gehen wollte, außerdem ist ein Ticket mit Fahrrad ja teurer.

Dank eines bescheuerten Systems von der schwedischen Nationalbahn SJ erlangte ich ZWEI Karten von Kopenhagen - Malmö und somit war es doppelt so teuer, als wenn ich EIN Ticket für mich und RR2 ergattert hätte. Leider ist es neben der bargeldlosen Bezahlung ein Markenzeichen der Schweden jede einzelne Karte von X - Y mit dem perfekten Startzeit anzugeben. Leider gab ich eine falsche Zeit ein und genau dieser Zug fiel dann aus. In solchen Sachen ist Schweden leider noch recht rückständig. Dann ging es in den völlig überfüllten Öresundexpress (das schwedische a über Tag möchte ich jetzt mal nicht googeln). In Malmö war es deutlich wärmer. Ich suchte mir dann einen Bankautomaten, den ich eigentlich gar nicht brauchte, weil beim "Berliner Döner" wo ich einen Burger mit Dönerfleisch aß, konnte ich nur mit Karte bezahlen, wie gesagt, in Bargeldabschaffung ist Schweden führend. Nach einer kleiner Rast mit Lesen am Fluss/ Kanal von Malmö und der Suche nach einem öffentlichem Klo am Sonntag ging es dann endlich zum 1. Ground. Für mich war es dabei besonders, dass heute mein 1. ausländisches Frauenspiel sein sollte. Da war es ganz passend, dass es in Schweden war, weil mein 1. ausländischer Männerground war in Trelleborg. Leider fand das Spiel ca. 2 Stunden später statt, als angedacht, sodass ich dann noch eine mäßige heiße Schokolade in einem "bretagnischen" Café trank mit Crepes dazu. Die waren aber echt lecker. Und dann konnte es endlich zum Spiel kommen:

FC Rosengard – Växjö Dff 5:0

Das Malmö IP ist noch n kleines nettes Teil, aber auch typisch neuere Stadien in Schweden mit Kunstrasen (ist einfach nicht so meins). Rosengard mit ordentlich Stimmung und so wie ich es von der U21 - EM in Polen kannte mit ordentlich Singsang. Gefiel mir persönlich sehr. Das Spiel war sehr einseitig und mit mehr Kaltschnäuzigkeit hätte ich definitiv auch mein höchstes Ergebnis eintragen können bzw. es hätte gut Zweistellig sein können. Dazu die Fakten, gefühlte 20 Ecken, sehr viele Abschlüsse und ein Växjö, dass eigentlich nicht auf dem Platz war. (mag mir jemand gleich per PN schreiben, wie man hier Fotos einfügt?)

Nach dem Spiel ging es völlig übermüdet mit der Bahn zurück nach Kopenhagen und von dort aus mit RR2 zum Hostel. Dort checkte ich ein, holte mein Gepäck und musste über einen kleinen Fußweg zu meinem Bett. Hier schlief ich dann gut 12 Stunden durch. Das Frühstück am nächstem Tag war ziemlich enttäuschend und dazu keine Heiße Schokolade. Die nächsten 2 Tage verbrachte ich mit Sightseeing. Den 1. per Fuß und mit Rad. Dabei sah ich Nyhavn, die kleine Meerjungfrau (klein und sehr enttäuschend) und eine schöne Schlossanlage in der Nähe von ihr. Am 2. Tag machte ich eine Free Guided Tour mit. Der Tourleiter hatte leider etwas gegen Schweden und trotz vieler Witze über Schweden, die auch ich gerne mache, liebe ich dieses Land und fand das recht überflüssig. Ansonsten war sie ganz ok. Man sah viele wichtige und auch unwichtige Plätze und ich hatte dieses Mal keinen Geschichtsfreak wie in Helsinki, aber an die nette Frau in Stockholm, die lauter nette Anekdoten erzählte und ihre eigene Stadt nicht so extrem wichtig nahm, kam er absolut nicht ran. Einzig witzig fand ich die Geschichte über die Namensgebung in Dänemark; Beispiel Carlsberg. Es gab einen Mann der hatte einen Sohn der hieß Carl und der braute ein Bier auf einem Berg. Ebenso war das mit dem Nyhavn.

Die Abende verbrachte ich im Hostel mit netten Gesprächen mit Kanadiern, Schweizern und einer netten Rostockerin.

Morgen: 200km Kattegat zum 2. Ground
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Re: Reiseberichte

Beitrag von Georghansafan » Mo 7. Okt 2019, 23:00

200km Kattegat zum 2. Ground

am 24.07.2019 sollten endlich die 1. Kilometer per Rad gemacht werden. Dafür stand ich schon früh auf und fuhr mit dem Öresundexpress nach Halmstad. So zumindest der Plan. Leider ist Oberleitungsschaden und Schienenersatzverkehr keine rein Deutsche Erfindung. Schön aber, dass mein Fahrrad im Gepäckwagen des Busses passte. Nun musste ich nur noch ca. 1 Stunde in Ängelholm warten. Dann kam ein Öresundexpress, dem scheinbar keiner gesagt hatte, dass zwischen Helsingborg und Ängelholm Schienenersatzverkehr bestand. Gegen 11 Uhr war ich dann endlich in Halmstad. Hier endete vor 9 Jahren meine Fahrradtour an der Westküste von Schweden, nun war der Plan von hier weit nach oben zu fahren. Gleich zu Beginn der 1. Etappe gab es ein Schild, welches den Kattegatleden zeigte. Dies ist leider der einzige Europaradweg in Schweden, was irgendwie auch leicht traurig ist. Von Halmstad ging es erst einmal westlich hinaus, vorbei an einen von gefühlt 1000 Golfplätzen, die ich die nächsten Tage queren sollte direkt ans Meer. Nach ein paar Fotos von diesem ging es endlich nach Norden. Auf dem Weg ins schwedische Falkenberg aß ich nur kurz etwas am ICA - Markt. Ansonsten fuhr ich die ganze Zeit Fahrrad. Nett war eine kleine Stärkung, die ich von deutschen Rentnern bekam, die eine Fahrrad - Bustour gebucht hatten (wenn ich 80 bin eine gute Idee). Gegen 17 Uhr fand ich in der Nähe vom Strand eine Freiwildcampstelle, wo ich mein Zelt aufstellte. Nachdem ich eingekauft hatte und in einer Eisdiele neben Eisessen auch mein Handy auflud, verbrachte ich den Rest des Tages mit lesen und dem Meer beobachten.

Am nächsten Tag ging es nach einem kleinem Frühstück gegen 9 Uhr zur nächsten Etappe ins Schwedische Åsa. Dabei fuhr ich zum größtem Teil auf guten Fahrradstraßen und nur wenige Meter auf einer wenig befahrenen Landstraße. Mal ging es am Meer entlang und mal durch eine hügelige Landschaft. Es war sehr warmes Wetter und ich hatte schon am Ende der 2. Etappe großen Sonnenbrand. In Varberg machte ich in einer Pizzeria eine kleine Mittagspause. Nach dieser und einem kleinen Einkauf (u. a. natürlich Cola) ging es auf den letzten Teil der 2. Etappe. Dabei ging es nach einem Naturschutzgebiet direkt neben einer großen Straße entlang (ich vertraute da kurz mal Google Earth, weil der offizielle Weg da einen zu großen Umweg nahm). Als ich wieder auf dem offiziellem Weg war, war ich tatsächlich direkt neben dem Meer. Kurz vor Ende der Etappe hörte ich bei einer Junggesellenfeier in einer Blockhütte Weihnachtslieder und hatte bis Åsa weihnachtliche Ohrwürmer bei ca. 30°C. Gegen 18:30 Uhr erreichte ich Åsa. Hier nahm ich einen Campingplatz für 20 €. Direkt neben mir war ein deutsches Ehepaar, dass auch Fahrrad fuhr, nur die komplett entgegengesetzte Strecke. Ich lies den Tag ausklingen mit baden, chillen und lesen.

Am nächstem Tag ging es wieder gegen 9 Uhr los. Dabei kaufte ich noch ein paar Sachen für den Tag und Frühstück in einem weiterem ICA - Markt. Dann kam die letzte Etappe, die wohl auch ungefähr 60km lang war. Bis Mittags fuhr ich den Kattegatleden bis Kungsbacka. Dabei nervte es ein wenig, dass der Weg nicht die direkte Strecke dorthin nahm sondern zwischendurch gerne mal Umwege mit doch etwas größeren Bergen machte, die der gemeine Mecklenburger so nicht kannte. Gegen 12 Uhr war ich in Kungsbacka und wie es sich für mich und Schweden gehörte musste heute noch der typische Mc Donalds - Besuch folgen. Dieses war in einem Industriegebiet. Hier kaufte ich noch die nächste Cola, bevor es weiterging auf einem anderem Weg. Eine weitere Halbinsel wollte ich mir lieber ersparen. Stattdessen bekam ich eine schöne Nebenstraße mit Panoramablick auf eine große Bundesstraße und viel Wald. Gegen 15 Uhr erreichte ich wieder den Kattegatleden und nach weiteren 5 Kilometern landete ich im Paradies bzw. genauer gesagt den Göteborger Inseln. Es war echt traumhaft. Leider kennt der gemeine Mensch das Paradies schon und wer weiß, wie lange das da noch so toll aussieht. Ca. 16:30 Uhr erreichte ich mein Hostel in Göteborg. Hinter mir lagen etwa 200km. Witzigerweise war ich tatsächlich vor ca. 9 Jahren genau beim gleichem Hostel. Ich hatte das aber nicht gewusst, erinnerte mich aber sofort wieder. Ich hatte aber die Backpackers - "Suite" gebucht. Diese teilte ich mir in einer Koje auch nur mit 15 anderen Männern. Was ein geschnarche.

Am nächstem Morgen nach dem Frühstück ging es erst auf Sightseeingtour in Göteborg und dann zum 2. Ground der Tour:

Göteborg FC – KIF Örebro 0:0

Das Valhalla IP liegt neben einem meiner Lieblingsstadien, in dem ich leider nie ein Spiel sah dem altem Ullevi - Stadion. Es besteht aus 2 Tribünen, einer Stehtribüne, die ich dank der hohen Sonneneinstrahlung nicht nutzte und einer Sitzplatztribüne. Der Eintritt war kostenlos, dafür kostete das wenig geschmackvolle Essen ca. 13 €. Stimmung gab es nicht. Das Spiel war aber mit Abstand schlechteste. Selten so wenig Chancen gesehen. Das war Fußball zum Abgewöhnen.

Nach dem Spiel ging ich noch mal zum Hauptbahnhof und sah in einer Sportkneipe 2 weitere Spiele, die zur Halbzeit auch 0:0 standen. Dann kaufte ich noch 2 T - Shirts und eine bilige Powerbank, die ich eigentlich nie nutzte. Kurz bevor ich wieder im Hostel war, aß ich noch eine leckere belgische Waffel. Abends unterhielt ich mich mit einer Norddeutschen, die jetzt in Köln lebt. Es war ein echt netter Tag.

Morgen: Schwedische Fahrradsysteme und Norwegische Berge
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Re: Reiseberichte

Beitrag von Georghansafan » Do 10. Okt 2019, 00:17

Schwedische Fahrradsysteme und Norwegische Berge

Am Sonntag den 28.07.2019 fuhr ich entspannt um 9 Uhr mit dem Zug nach Uddevalla. Von da aus ging es auf schönen Fahrradwegen in ca. 4 Stunden nach Fjällbacka, bei Traumwetter auf ebener Fläche. So war zumindest der Plan noch am Samstag. Schon dort machte mir das schwedische Bahnsystem ein Strich durch die Rechnung. Aus Gründen, die ich auch im Nachhinein nicht verstand, bekam ich bei der Regionalbahn ein Ticket für 2 Stunden später, also startete ich gegen 13 Uhr los. Das Wetter dachte sich dabei: hey, wir hatten seit den 1. Tagen in Kopenhagen keinen Regen mehr, jetzt also erst recht. Beim 1. Weltuntergang konnte ich mich noch in eine Raststätte flüchten. Hier bekam ich sogar eine akzeptable Heiße Schokolade. Dann fuhr ich weiter, es hatte ein wenig aufgehört. Pünktlich im Nirgendwo begann dann der 2. Weltuntergang. Bis zur nächsten Bushaltestelle waren es noch ein sehr sehr nasser Kilometer. Zu allem Überfluss hatten jetzt auch Autofahrer Spaß daran, die größten Wellen erzeugen zu wollen. Mein Mittelfingersonntag war perfekt. Perfekt war auch die Flache Strecke, abgesehen von den paar 10 Bergen, die immer mal wieder auftauchten. Immerhin zu einem 3/4 des Weges hatte ich einen Fahrradweg und wenn ich den nicht hatte, war ich eher auf kleinen Landstraßen unterwegs. Nach dem Mistwetter wurde das Wetter dann auch endlich besser und ich hatte erst mal keinen Regen mehr bis Fjällbacka. 15 Kilometer vor Fjällbacka wurde die Straße voller und die Autos durften mit 80 an mir vorbeifahren. Es war irgendwie nicht so wirklich mein Tag. Völlig kaputt kam ich gegen 19 Uhr an meinem Ziel an. Jetzt wollte ich mir nur noch einen netten Platz zum schlafen suchen. War richtig einfach; hätte ich viel Geld. Beim einzigem Hotel, wo ein Zimmer frei war, kostete eine Übernachtung 100 €. Die Jugendherbergen und Zeltplatz waren ausgebucht. Auch Freiwildcampen am Wasser war nicht erlaubt und als ich es trotzdem versuchte, wurde ich vertrieben. Immerhin Fjällbacka war ein echt wunderschöner Flecken auf Gottes reichen Planeten. Gegen 23 Uhr baute ich mein Zelt auf einem Parkplatz für Campingwagen auf und schlief sehr schnell ein.

Am nächstem Tag fuhr ich relativ früh nach dem üblichem Frühstück in einem Coop - Markt los. Ich wollte einfach nur weiter. Kurz nach Fjällbacka endete wieder mal der Fahrradweg und ich durfte viele Berge hoch und runter fahren. Kurz vor dem nächstem kleinem Ort mit schönem großem Zeltplatz, an dem ich bei besserer Kondition/ Planung bestimmt was bekommen hätte begann er dann wieder. Aber irgendwie war der Plan nach dem Kattegatleden: Wenn ein Ort weg ist, können Fahrräder auch auf der Straße fahren. Auf dieser wäre ich dann fast von einem Traktor überfahren worden. Sehr sehr sicher. Irgendwann ging der Weg Gott sei Dank ab und ich hatte für ca. 5 km mal eine Strecke nur für Fahrradfahrer. Dieser dann mit einem schönen Anstieg. Dann ging es noch ca. 15 km auf einer großen Parallelstraße zur E6 entlang, bis ca. 10 km vor Strömstad der Fahrradweg begann, der mich bis zu meinem Campingplatz bringen sollte. Dabei kam ich an den 1. Fjorden vorbei. Es fühlte sich schon fast so an wie Norwegen.

Leider war der Preis von 32 € pro Nacht dem norwegischen schon sehr nah. Die Waschmaschine und viele andere Sachen kosteten natürlich noch extra. Da es hier auch kein normales Mittagessen gab, fuhr ich nochmal in den Ort und aß dort eine leckere Calzone, die ich mir teilweise fast mit Tauben teilen musste. Dann ging ich in der Nähe vom Campingplatz baden und las ein wenig. Natürlich hatte ich auch noch eine deutsche Unterhaltung, wäre ja auch langweilig mal Einheimische zu treffen. Zum nettem Service des Campingplatz gehörte es, die ganze Nacht über Countrymusik zu spielen.

Am nächstem Morgen wurde ich mit einer netten steifen Brise geweckt. Trotzdem packte ich mit ein wenig Schwierigkeiten meine Sachen zusammen und fuhr nach einem kleinem Einkauf, bei meinem letztem ICA - Markt der Tour, zur letzten Etappe in Schweden. Zu Anfang war der Fahrradweg noch sehr lange nach der Stadt vorhanden. Irgendwann als zum x.tem Mal die E6 überquert wurde, hörte er dann auf. Immerhin gab es dann einen Fahrradschildhinweis, der sagte, man solle einfach immer dem Fahrradweg folgen. Ein wenig verarscht kam ich mir schon vor. Das Wetter war auch traurig, dass ich Schweden verlassen würde. Daher fuhr ich dann 10 km im Regen. Er hörte erst auf, als ich bei einem riesigem Einkaufscenter hielt, in dem wahrscheinlich viele Norweger einkauften, weil es sehr nah an der Grenze war und günstig war. Mein Highlight war, als ich mich in eine riesige Schlange für die Pfandflaschen einreihte und EINE Flasche einwarf und manche kamen mit mehreren Säcken. Kurz vor der Grenze gönnte ich mir für knapp 11 € noch ein Menü bei Burger King. Dann ging es über eine Brücke und ich war in Norwegen.
Norwegen begrüßte mich mit einem großem Berg, den ich halb fahrend, halb schiebend überquerte. Die Wege wurden ab jetzt immer schlechter, aber es gab nun endlich wieder fast durchgehende Fahrradwege. Und nach wenigen Kilometern sah ich sogar ein Fahrradhinweisschild. Nur für 7 km musste ich mal wieder auf einer Straße fahren und nachdem ich ein unbedeutendes Dorf durchquert hatte. Ansonsten war der Weg echt gut. Für die Übernachtung hatte ich wieder einen Campingplatz im Sinn. Dieser war in der Nähe von Fredriksstad direkt neben einem Golfplatz. Aber er kostete nur 20 €. Als ich mein Zelt aufbaute, traf ich das nächste Fahrradfahrende Paar aus Deutschland. Mit diesen unterhielt ich mich kurz. Dann schaute ich mir die schöne Altstadt an. Abends saß ich in einem Imbissbereicht und hörte über das Fanradio den Hansasieg über Bayerm II. Danach ging ich zeitig schlafen.

Am nächstem Morgen ging es mit dem Fahrrad zum Hafen der Altstadt und mit einer Fähre ging es in die Innenstadt von Fredriksstad. Das deutsche Paar machte dann noch ein Foto von mir und RR2 und dann ging es nach einem kleinem Frühstück in einem 7 - Eleven auch schon los auf die nächste Etappe. Dabei durchquerte ich erst ein ca. 6km langes Industriegebiet. Dann durfte ich lange einem Fluss folgen. Es war anfangs auch noch schön flach. Die Wege waren immer noch sehr sehr schlecht. Dafür hatte ich kurz darauf für ca. 5 km die einzigen Straßenkilometer des Tages zu überwinden. In einem kleinem Ort aß ich eine große Pizza mit Dönerfleisch und lud mein Handy auf. Danach war mir irgendwie total schlecht, aber dass sollte für lange Zeit meine letzte richtige Mahlzeit sein. Kurz darauf war ich wieder in Halmstad. Nur dass dies nicht die große Schwedische Hafenstadt war, sondern eher das Kleinformat. In einer größeren Stadt konnte ich an einer Tankstelle ein dringendes Bedürfnis stillen und fuhr anschließend durch ein nettes Naturschutzgebiet. Beim weiterem Weg fand ich sogar ein Schild, dass schon in Richtung Oslo den Weg wies, aber das war an diesem Tag noch zu weit. Daher fuhr ich bei einem Bahnhof (dank großer Baustellen sah ich leider keine Züge) nach links und wieder an das Meer heran und war gegen 18 Uhr in Kjövangen. Direkt Strand baute ich mein Zelt an einem Hang auf, sodass ich nachts immer nach unten rutschte. Leider hatte ich vergessen, im Dorf vorher was zu essen zu kaufen. Dadurch bestand mein Abendessen aus 2 Bananen und einer Cola. Immerhin war ich in dieser Nacht am Oslofjord. Das war eine echt traumhafte Kullisse.

Am nächstem Morgen musste ich ein paar Berge hochschieben und quälte mich dann ca. 8km weiter auf einer wenigen befahrenen Straße, da ich echt hungrig war. Aber dann kam endlich die nächste größere Ortschaft, in der ich dann ein Sandwich mit Hünchen und Currysauce aß (normalerweise würde ich sowas nicht mit der Kneifzange anfassen, aber dieses Mal war es das traumhafteste Essen der Welt). Im Rema2000 direkt an dem Café kaufte ich dann ein und fuhr dann weiter in Richtung Oslo. Dabei kam ich in den Ort Ski und durfte dann direkt neben einer Eisenbahnstrecke entlangfahren. Die Sonne kam nun wieder so raus, als hätte es die 2 Regentage in Schweden und die leicht bedeckten Tage zuvor nie gegeben. Im nächstem Ort kaufte ich noch eine Cola und machte mich auf in die nächsten Berge in Richtung Oslo. Der Weg war zwar sehr schwierig, aber dafür war das Panorama traumhaft. Irgendwann kam ich scheinbar in einen Vorort von Oslo. Ein richtiges Ortseingangsschild fand ich leider nicht. Mit letzter Kraft schob ich dann einen ca. 3 km langen Berg hoch und fuhr durch weitere kleinere Vorortviertel bis ich auf dem wirklich höchstem Punkt des Tages gab. Dafür gab es dann zur Belohnung eine Hammer Abfahrt. Gegen 15 Uhr war ich dann am Hostel.

Hier checkte ich ein und lies mein Fahrrad aufgrund, dass ich ein wenig Fahrradmüde war und sehr viel gebaut wurde in einem kleinem Keller des Hostels stehen. Ich ging dann schnell zu einem Subway und aß dort für "nur" 10 € was zu Essen und kaufte noch Lebensmittel für die nächsten Tage.

Morgen/ Heute: 2 Oslo - Grounds
Zuletzt geändert von Georghansafan am Do 10. Okt 2019, 23:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Reiseberichte

Beitrag von Georghansafan » Do 10. Okt 2019, 23:32

2 Oslo - Grounds

Den 1. Tag in Oslo verbrachte ich mit Sightseeing. Zuerst ging ich wie immer, wenn ich in größeren Städten bin, erst mal zum Hauptbahnhof. Dieser war überraschend groß und es gab viele Eingänge. Hier kaufte ich mir dann eine 7 - Tageskarte für die Metro. Leider vergaß ich sie am Ende in einen Ticketautomaten zu stecken, um jemanden zu überraschen. Nach dem Hauptbahnhof kam gleich nebenan die Oper. Auf diese ging ich sogar rauf und von dort hatte ich einen echt tollen Ausblick. Es waren auch mal wieder ca. 30°C. Also ein kaltes Norwegen kann ich so erst mal nicht bestätigen (keine Ahnung wie es im Winter ist). Mit der Metro ging es dann zum Nationaltheater und von dort ging ich die Straße nach Süden in Richtung Hauptbahnhof und kam an vielen schönen Attraktionen vorbei. Als immer mehr Menschen dort waren, ging ich lieber von der Straße weg und in Richtung eines Parks. Über Internet hatte ich gelesen, dass man mit dem Bus zum Café Schrøder gelangen konnte. Wahrscheinlich lesen nicht so viele Jo Nesbø. Dies ist der Ort, an dem die Hauptperson Harry Hole immer einkehrt. Hier sollte es angeblich auch sehr günstig sein. Eventuell, wäre es die Suppe gewesen, den Burger und Cola gab es stilecht für norwegische stolze 12 €. Das Restaurant gefiel aber durch urigen Charme und ein paar Zeitungsartikeln unter anderem über Jo Nesbø.

Nach der kulinarischen Kultur, musste ich dann mal zum Nationalstadion (Ullevaal-Stadion). Dazu fuhr ich mit dem Bus bis zu einer bestimmten Endhaltestelle und kam durch ein paar weniger besondere, aber auch nette Viertel durch. Allgemein muss man sagen, dass Oslo vor allem dadurch profitiert, dass es für eine europäische Hauptstadt relativ klein ist. Mit der Metro ging es dann zum nächstem kapitalistischem Ungeheuer. Das Stadion als solches sah ich nämlich nicht. Ich sah u. a. Burgerking und viele andere Läden, die das Stadion von außen komplett umschlossen. Aber es gab dann doch mal eine Stelle, von der man ins Stadion sehen konnte. Das war dann doch recht imposant. In der Nähe gab es dann das Restaurant "Egon"; perfekt mit Melone und Zigarre. Keine Ahnung warum ich dann ein bekanntes Lied ohne Text pfeifen musste... Abends aß ich eine Pizza, die ich mir im Einkaufscenter in der Nähe gekauft hatte. Davor war ich auf der Dachterasse des Hostels, in der 9. Etage, dass leider ab 21 Uhr gesperrt war. Dort hatte ich eines der wenigen englischen Gespräche mit einem Italiener, der gerne Volleyball spielte. Leider vergaß ich in welcher Liga er spielte und auf welche Position er spielte bzw. was die Position bedeutete. Dann suchte ich mir in der Nähe des Parks in dem ich gewesen war eine Sportkneipe. Sie zeigten aber nur Kinderfußball von einem künstlichem Stadion in der Nähe vom Ullevaal-Stadion, dass ich grob gesehen hatte. Hätten sie 2. Liga Deutschland gebracht wäre ich geblieben, aber Fußball von 10 (oder grob älteren Kindern) fand ich dann doch nicht ganz so spannend. Im Hostel hörte ich dann halt 2. Liga über Radio, frei nach dem Motto: "Kenne deinen Feind in ca. einem Jahr!!!!"

Am nächstem Tag verschickte ich als 1. meine Zeltsachen nach Deutschland, weil ich für die einzige Schwierigkeit eine passende teure Unterkunft gefunden hatte und nicht mehr zelten würde. Dann sah ich mir 2 nette Parks an. Bei einem musste ich auf einen Berg klettern und konnte nicht alles sehen, weil dieser für ein beginnendes Festival ca. eine Woche später vorbereitet wurde und somit gesperrt war. Vom Berg hatte ich wieder eine tolle Aussicht. Vor allem auf Berge, die ich GOTT SEI DANK nicht hochfahren musste. Nach einem kleinem Imbiss bei einem relativ günstigem Döner (es gab türkische Pizza für ca. 7 €) fuhr ich kurz zu meinem Hostel, holte meine Brille (ich wollte nicht noch ein Spiel ohne verbringen) und fuhr zum vermeintlich nächstem Ground. Als ich vor dem hässlichen Mini - KR - Platz stand, war dort aber keiner. Die 2. Liga - Mannschaft hatte sich entschieden in der großen Intility - Arena zu spielen und so änderte sich meine komplette Fußballplanung. Da ich keine Alternativprogramm für den Tag hatte, musste ich das Stadion mit einem 2. Ligisten kreuzen (bitter!!!) und so fuhr ich mit dem Bus fast direkt zum Ground, den ich dann noch einmal umrunden musste und so kam es zum Spiel:

Skeid Fotball – Aalesund FK 0:1 (2. Liga Männer Norwegen)

Die Arena besteht aus 4 Stehplatztribünen. 2 3/4 waren blau und eine Blau - Rot und 1 1/3 war blau rot kariert. Ansonsten nichts besonderes. Neben mir standen ca. 20 Ultras von Skeid, die versuchten Stimmung zu machen, aber auf dem KR - Ground wären sie wahrscheinlich besser zu hören. Die Auswärtsfans standen ein paar Reihen weiter links. Sie machten ordentlich Stimmung. Leider war die Haupttribüne so auch die einzige Tribüne, die offen war. Für mich positiv war, dass ich eine Cola für nur 10 Kronen bekam, so günstig bekam ich sie nirgends. Die günstige Cola ansonsten kostete in Norwegen für 0,5l ab 30 Kronen aufwärts (umgerechnet etwa 3 €). Für mich als Colajunkie ein Schlag in meine Finanzen. Das negative war, dass ich während des Spiels dank perfektem W - Lan das Spiel von Hansa in Unterhaching hörte und die nächste 0:1 Niederlage mitbekam. Auch typisch Hansa. Mein Jakobsweg endete 2013 mit einer 0:6 Niederlage gegen Darmstadt. Das Spiel war sehr Bescheiden. Es spielte der 1. gegen den 15. Der 1. spielte an diesem Tag aber irgendwie nicht besonders gut. In der 2. Halbzeit steigerte sich Aalesund aber und brauchte aber eine der dümmsten und klarsten Handelfmeter der Welt, warum es dafür nicht gelb gab erschloss sich mir nicht. Der Elfer wurde souverän verwandelt. Ansonsten war das Spiel nicht besonders bzw. mein Gehirn hat nichts für mich besonderes abgespeichert (es gab leider auch keinen Platzverweis).

Nach dem Spiel ging es zurück zum Hostel. Dabei nahm ich einen Bus, der bei einer Stadtautobahn hielt. So konnte ich endlich auch mal auf einer der Autobahnen fahren, die mich von gefühlt Halmstad an verfolgten. Im Hostel wurde ich dann von einem Schwaben angesprochen. Dazu gesellte sich die nächste Schwäbin. Kaum war einer da, vermehrten die sich. Wir gingen dann gemeinsam was in einem Park zu essen kaufen. Leider nahm ich erneut den teuersten Burger, der nur etwa 10 € kostete. Wie saßen gegenüber einer öffentlichen Toilette und ärgerten uns später nicht in Blickrichtung dieser zu sitzen. Denn jetzt hatten wir einen grandiosen Blick auf mindestens 2 Wildpinkler (die sahen scheinbar nur einen Baum und nicht die gefühlt 1000 Menschen, die in der Nähe waren). Durch diesen Anblick verließen wir bald darauf die Szenerie und fuhren mit der Straßenbahn zum Hafen. Spannend zu dieser Straßenbahn ist zu sagen, dass es die 1. war, in der ich mich fühlte wie auf einem Schiff. Bei richtig schlechten Schienen schaukelte sie doch tatsächlich. Meine Seekrankheit sollte noch mal auf die Probe gestellt werdenm als die beiden Schwaben plötzlich Lust hatten auf eine Tour zu eine der Inseln im Fjord. Da ich gerade nichts anderes vorhatte fuhr ich mit und hatte Glück. Es war kein Wellengang und auch meine Koordination/ Ballance machte keine Probleme. Es war einfach traumhaft. Auf die Insel, zu der die Fähre fuhr, gingen wir aber nicht, weil die Sonne gerade unterging und wir größtenteils (die Schwäbin war so clever lange Sachen anzuziehen) in kurzen Sachen herumliefen. Als wir wieder in Oslo waren gingen wir durch ein luxoriöses "Gerberbruchviertel" (war tatsächlich so hässlich wie die Buden die dort gebaut wurden, nur luxoriöser und größer). Dank der Temperaturen fuhren wir mit der Straßenbahn dann zurück zu unserem Hostel. Wir wünschten uns dann alle eine Gute Nacht und dann hörte ich deutlich ein 4. "Gute Nacht"

Diese 4. Stimme gehörte der 3. Person, dieses Mal wieder weiblich, die aus Schwaben kam. Wir verbrachten den Vormittag an einem Fluss, zuvor hatten die letzte Schwäbin und ich uns mit Kaffee (die Schwäbin) und einer echt leckeren Heißen Schokolade (ich) eingedeckt. Ein weiterer Hot - Choclate - Ground. Dazu nahm ich noch Zimtschnecken. Es war ein echt netter Vormittag. Dann ging es mit der Straßenbahn wieder zum Hauptbahnhof. Die Schwaben wollten baden bzw. Kultur machen, für mich ging es zu Sportkultur. Wer einmal in Oslo war, muss einmal den Holmenkollen machen. Das ist eine Skisprungschanze oder der Berg + Schanze. Zu dieser kam man Gott sei dank mit einer Metro. Skispringen ist eine meiner anderen Leidenschaften nach Fußball und Formel 1 (obwohl ich mich für viele Sportarten, die ich niemals selbst betreiben würde, begeistere). Vor der Schanze dachte ich mir nur: "Wer ist so dumm und springt da freiwillig runter" Von ganz oben hatte man eine perfekte Aussicht. Dazu bezahlte man aber auch 14 €. Leider hatte ich natürlich den 1. Tag in Oslo gewählt, an dem es regnete und eine Art Nebel über Oslo lag. Irgendwie auch eine Spezialität von mir 2015 hatte ich eine ähnliche Sicht vom Atomium aus. Nach dieser Kultur ging es zum nächstem Ground. Dabei hatte ich dann seit Ewigkeiten einen Abstieg zu Fuß zu leisten. Das funktionierte tatsächlich sogar ganz gut. Dann ging es mit dem Bus noch ein paar Haltestellen und so ging es zum leider letztem Ground der Tour;

Røa IL – Valerenga IF 2:6 (Frauen 1. Liga Norwegen)

Das/ die Røabanen liegt am äußerstem Rand von Oslo. Neben dem Stadion war ein Fluss, der die Grenze zu Oslo bildete. Es bestand aus einer Haupttribüne, an die eine Stehtribüne angebaut wurde. Es war von den 4 Grounds, der echt netteste. Die Fans von Valerenga hatten einige Fans mitgebracht. Die machten echt gute Stimmung. Es war eine weitere positive Überraschung. Die 2. war der Preis. Insgesamt bezahlte ich mit Eintrittskarte und allem drum und dran wahrscheinlich nur etwa 10 - 15 €. Leider kaufte ich mir auch eine Bockwurst in Crépemantel (keine Ahnung, was die Norweger daran finden). Das Spiel war auch noch mal ein Highligt. Schon nach der 1. Halbzeit stand es 3:1 für Valerenga. Vor allem eine Spielerin aus Jamaika oder Afrika wusste sehr zu gefallen. Sie erzielte u. a. 2 Tore und bereitete mehrere vor. Das Tor des Tages war aber das 6:2. Dieses wurde von einer anderen Spielerin ansatzlos aus ca. 20 Metern in den Winkel gedroschen. Ein geiles Tor.

Nach dem Spiel ging es zurück zum Hostel. Hier unterhielt ich mich dann mit den Schwaben und mit einem Ami, der irgendwas mit IT machte und durch Homeoffice, in der Welt zu Hause war. Kurz ging ich noch in eine Sportkneipe in der Nähe vom Hostel. Hier sah ich mir das Spiel der Männer von Valerenga an. Die Tribüne war nur leicht voller als tags zuvor, man hörte dank englischer Musik in der Kneipe zwar keine Stimmung, aber es sah deutlich besser aus, als tags zuvor. Ich glaube das Spiel endete vor meiner ca. 5 € teuren 0,3l Cola unentschieden. Bei einem Inder bekam ich noch ein leckeres und sehr günstiges Sandwich. Im Hostel quatschten wir weiter und wir lachten viel und am Ende war klar, ich würde Oslo mit einem lachendem und einem weinendem Auge verlassen.

Alles in allem fand ich Oslo toll, aber ich sah auch andere Dinge, die ich so auch teilweise in Krimis von Jo Nesbø las. In der Nähe vom Hostel sah ich z. B. einem Drogendeal zu und in einer anderen Straße wollte mir jemand Hashisch angedrehen. Es war echt unheimlich. Dazu wurde so viel gebaut, dass ich mich freue, wenn ich 2022 zurückkehre und dann neben der Fahrt mit RR2 zum Nordkap auch mal in Ruhe Oslo per Rad durchquere, es gibt dort echt schöne Ansätze.

Augrund der Textlänge und der Uhrzeit schreibe ich doch noch einen weiteren Teil morgen:

bekloppte Rückfahrt.
Zuletzt geändert von Georghansafan am So 13. Okt 2019, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Reiseberichte

Beitrag von Georghansafan » Fr 11. Okt 2019, 23:26

bekloppte Rückfahrt

Wie kommt am Besten von Oslo nach Deutschland, es gibt wahrscheinlich mehrere Flugverbindungen, die aufgrund der Umwelt/ Flugangst und Probleme ein Fahrrad perfekt zu packen, dass es das Flugzeug mitnimmt (einmal fast 150 € für einen neuen Flug von Porto -> Deutschland, wegen 5 Minuten Check in verpasst direkt nach dem Jakobsweg) für mich ausfiel. Es gibt auch noch die Möglichkeit der Fähre. Leider war eine der Linien, die mir die Fahrt von Klaipeda - Kiel versaut hatte, weil es nur um Kohle ging und der Service mies war (3 € für 1h Stunde schlechtes Internet, widerliches Essen das auf nassen Tabletts) und Scandia, die ich zwar durchweg positiv gestimmt bin auf den Fahrten von Rostock nach Trelleborg, aber dann kommt auch meine eventuelle eingebildete oder echte Seekrankheit (und das als Rostocker und Kind des Meeres (irgendwie schon traurig)). Zumal schien mir der Preis zu "teuer". Also gab es noch eine andere Möglichkeit, bei der Planung fand ich eine sehr bekloppte.

Und so ging erwachte ich am 05.08.2019 gegen halb 6. Es gab eine leise und freundliche Verabschiedung von den 1. beiden Schwaben. Mit der letzten Schwäbin ging es mit dem IT'ler zum Bahnhof, weil die Schwäbin Angst vor den Dealern und ich auch den Leuten nicht vertraute. Der Himmel weinte wieder wegen unseres Abschieds. Dieser erfolgte dann verteilt am Hauptbahnhof. Die Schwäbin nutzte eine andere Fährverbindung, von der ich noch nichts wusste, aber mit dem Zug nach Göteborg hätte ich auch nicht gewollt. Also ging bekam ich meinen nächsten "Zugground". Dabei durfte ich mein Fahrrad erstmal ca. 2 Meter hoch in ein Gepäckteil stellen. Irgendwie habe ich immer mehr das Gefühl, dass das Deutsche System mit Fahrrädern irgendwie gar nicht mal so schlecht ist, in Schweden wird es oft gar nicht mitgenommen und in Norwegen braucht man einen Wagen mit Gepäckwagen (bei meinem Glück fehlt irgendwann mal so ein Wagen). Die Landschaft war bis Kristiansand traumhaft. Leider war mein Fenster ca. 30cm von mir entfernt, sodass ich kaum gute Fotos machen konnte. Also für mich war das alles nur kein wirklicher "Fensterplatz". Während der Fahrt las ich einen Liebesroman von Nicholas Sparks.

In Kristiansand wurde mein Fahrrad aus fast 2 Metern irgendwie runtergeschmissen bzw. der Transport von ganz oben nach unten war nicht ganz so einfach. Aber ich war froh, nach ca. 4 Tagen wieder in die Pedalen zu treten. Mein 1. Weg führte mich zu einem Mc Donalds in einem Haus, dass dem Weißem Haus ähnlich sah (zumindestens vom außen). Das essen war dann auch amerikanisch/ norwegisch teuer. Nach dem Essen chillte ich auf einer Minianhöhe. Danach schmiss ich mein echt nutzloses Regenponcho weg. Ich nutzte in Norwegen für ca. 50 € erstmals AirBNB. Leider war ich zu deutsch und zu pünktlich da. Daher war der Schlüssel noch nicht in der Box. Trotzdem kam ich kurz danach rein. Das Zimmer war perfekt für eine kurze Nacht. 50 € war allerdings schon ein wenig teuer. Dafür bekam für den Preis aber auch einen Pflaumenbaum zum Pflücken (ich wurde sogar zurückgeschickt, weil ich "nur" ca. 10 gesammelt hatte und nachher hatte ich schon ein komisches Gefühl im Magen, als ich ca. 20 Stück in 5 Minuten aß), ich durfte die Dusche im Erdgeschoss nutzen, weil die Dusche im Keller zu "klein" war und ich hatte einen eigenen Fernseher. Diesen nutzte ich an diesem Abend ausgiebig mit Trash - TV und Fußball (leider war aus irgendwelchen Gründen Eurosport nicht dabei, leider, sonst hätte ich Trondheim in der CL können). Während ich meine Dänischen Kronen rauskramte fand ich auch noch ein Zahlenschloss, dass ich an mein Zelt hätte machen können und es so sicher verschließen können. Dazu hatte ich mir in Göteborg extra ein neues Schloss für den Schrank unter meiner Koje gekauft.

Am nächstem Morgen stand ich schon um 4:30 Uhr weil meine Fähre sehr früh fuhr. Mit dem Rad war ich in ca. 15 Minuten beim Hafen (nebenbei hat jemand schon mal das Fort Knox Colorline geknackt ;) ). Dank eben dieser tollen Internetseite fuhr ich mit einem Schiff, dass noch schneller war, und mich in ca. 1 3/4 nach Dänemark brachte. Vorher hatte ich mit 2 Motorradfahrern aus Bremerhafen/ oder Cuxhafen, meine übliche norddeutsche Unterhaltung.

In Dänemark ging es dann auf die letzte Etappe nach Aalborg. Dazu fuhr ich erst aus Hirthals (dem Ort in dem die Fähre hielt) raus und nach wenigen Metern wieder rein. In einem Sparmarkt (Name leider irreführend, gab es in Norwegen auch und war nicht günstig) kaufte ich mir wieder ein wenig Wasser (meine Cola durfte ich an Bord nicht trinken (und es gab tatsächlich Angestellte, die das kontrollierten, also Augen auf bei der Jobsuche)). Es ging zuerst am Meer entlang und dann ins Landesinnere der Nördlichsten Insel in Dänemark. Das dänische Fahrradsystem ist mit den Niederlanden eines der Bestausgebautesten. Es gab immer wieder sehr gute Hinweisschilder, auch wenn Aalborg erst sehr spät angezeigt wurde. Die einzige Autostrecke hatte ich, als ich einmal mit sehr viel Dummheit zu früh abgebogen war. Google Earth ließ mich meinen Fehler aber sofort erkennen. Landschaftlich hatte ich trotz der Berge in Norwegen, die schönste Landschaft. Dänemark glänzte durch Flachheit, aber ansonsten nur typisch Norddeutsch mit Feldern und Wäldern (ob MV oder Dänemark, bis auf die guten Fahrradwege, leider wenig Unterschiede). Mittags aß ich für unglaubliche 5 € einen leckeren Hotdog. Ich war definitiv nicht mehr in Norwegen. Gegen 17 Uhr erreichte ich mit voller Blase Aalborg. Dadurch ging es ein wenig schneller zu meiner Pension.

Dankbarerweise rauchte der "Pensionär" der mir mein Zimmer für die Nacht gab. Dank eines Blicks auf meinen Kontostand, bestand mein Resttag nur noch aus Mini - Sightseeing und dem Kauf eines billigem Mirkowellenessens. Ein gutes günstiges leckeres Abschiedsessen konnte ich mir in Dänemark irgendwie nicht vorstellen.

Am nächstem Tag ging es dann mit der Bahn zurück nach Deutschland. Tags zuvor hatte ich mir die letzten Tickets (diese hatte ich ca. 3 Wochen vor dem Urlaub über eine Hotline bestellt) in einem Ticketautomaten geholt. Ich ärgerte mich total, weil ich ausdrücklich mehrmals auf englisch formuliert hatte: "I have a bike Ticket of (klar das ist falsch, aber so gut ist mein Englisch leider) Aalborg to Fredriksstad, I just need a reservation for my bike" und am Ende vielleicht noch eine Sitzplatzreservierung. Tja, was bekam ich, eine Reservierung für das Fahrrad, eine Sitzplatzreservierung UND ein Fahrradticket von Aalborg nach Fredriksstad. Jetzt hatte ich 2 Fahrradtickets. Das DB - Ticket reichte natürlich aus. Der Zug war dann wie üblich deutsch (ich hoffe nächstes Jahr in Polen gibt es nicht so viele Deutsche (aber bei meinem Glück werde ich, wenn ich mit 42 nach Nigeria fahre an meinem Ziel meine Traumfrau aus Rostock in einem Hostel treffen)). In Fredriksstad regnete es total. Es sah aber sehr witzig aus, wie bei einem anderem Zug ein wahrer Guss auf den Zug prallte, wegen der Bahnhofsarchitektur. Meine beiden Züge (sie wurden angekoppelt) kamen zu unterschiedlichen Zeiten und von daher ein weiterer Tipp von mir: Bestellt Fahrradtickets und Platzreservierungen besser zusammen, ansonsten geht es euch so wie mir, dass das Fahrrad in Zug 1 ist und eure Platzreservierung in Zug 2. Ich hatte glaube ich noch nie so Angst um mein Fahrrad.

Meine Zeit in Hamburg zum Umsteigen war eh schon mit 15 Minuten knapp bemessen. Aber auch in Dänemark kann eine Bahn plötzlich aus Gründen, die nicht zu verstehen sind, plötzlich sehr langsam rumschleichen. Einzig das W - Lan im dänischem Zug, dass wie im Polenbuss nur bis zur dänischen Grenze funktionierte, entschädigte mich ein wenig. Gegen 17:30 Uhr überfuhren wir die wahrscheinlich langweiligste Grenze der Welt, weil ich diese überhaupt nirgends sehen konnte. Hätte Google Earth und mein Netzanbieter nicht irgendwann gesagt: "Moin to Germany", ich hätte es nicht bemerkt. Gegen 18:20 Uhr war mein Zug in Hamburg. Mein Anschlusszug nach Hause war natürlich weg. Dann also noch ein wenig Informations - Bahnsinn. Beim Servicepunkt außen: "Sorry, wir geben keine Ticketauskunft, dass steht doch auf dem Schild dort". Klar, wofür seid ihr denn sonst da? Also stellte ich mein Fahrrad auf der unheimlichen Seite vom HBF ab und betete kurz, dass niemand meine Taschen klaute. Im inneren Servicepunkt holte ich mir dann eine Wartenummer um dann zu erfahren: "Tja, der IC kommt um 19:20 Uhr. Ob sie da mitfahren können, keine Ahnung, kommt halt darauf an, ob keine Fahrräder transportiert werden. Ansonsten, der nächste RE nach Rostock geht in 2 Stunden". Danke für nichts. Die Zeit zur Einfahrt des IC's nutzte ich dazu, zu einer Commerzbank zu fahren um mein völlig zerstörten Kontostand meiner Bahn - Kreditkarte noch weiter zu schädigen. Mit den 10 € kaufte ich mir dann eine leckere Pizza. Im IC war dann eine gähnende Leere. Nicht nur, dass kaum Leute mitfuhren, es gab exakt 0 Fahrräder neben meinem, also konnte es jetzt endlich nach Rostock gehen. Halleluja. Gegen 21:30 Uhr war ich dann endlich wieder in der "schönsten Stadt der Welt und gegen 3/4 10 in meiner Wohnung.

Alles in allem gab ich mit Zug, Fähre, Zug, Pension und AirBNB so ungefähr das doppelte aus, als wenn ich mit Fähre und Zug gefahren wäre. Es machte trotzdem sehr viel Spaß und ich wollte ja auch mal einen guten Fahrradweg, der vom Anfang - Ende besteht. Aber 2023 werde ich definitiv mit der Fähre fahren.

Hinter mir lagen 2 1/2 wunderschöne, verrückte und chaotische Wochen, 4 neue Grounds, der Länderpunkt in Norwegen und vor allem meine 1. 3 ausländischen Frauengrounds. Ich traf auf gefühlt 10 Norddeutsche, 3 Schwaben einen Ami, ein paar andere Nationen und eine Rostockerin. Ich fuhr in der Stadt der Fahrradfahrer (Kopenhagen), überquerte 6 Grenzen und fuhr ca. 600km mit dem Rad auf unterschiedlichen Wegen: Kattegatleden, guten, aber seltenen Fahrradwegen über Göteborg, vielen, aber sehr schlechten Wegen in Norwegen und perfekten und komplett in Dänemark.

Trotz allem muss ich gestehen, egal wie schön Norwegen und wie unklompliziert Dänemark war, ich bin und bleibe ein Fan von Schweden. Da ist es kompliziert, so wie ich und doch kommt man irgendwie doch an sein Ziel. In Fjällbacka bekam ich neben keinem Hostel, aber einen Regenbogen zu sehen und ich weiß, ich will da auch ein 6., 7. 8..... mal hin. Und nie werde ich die Sätze einer der Bahnmitarbeiter vergessen, die mir halfen einen Bus zu organisieren: "Welcome to Schweden".
Zuletzt geändert von Georghansafan am So 13. Okt 2019, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Reiseberichte

Beitrag von Georghansafan » Fr 11. Okt 2019, 23:29

Epilog,

warum habe ich erst so spät darüber geschrieben.

Punkt 1: Ich schreibe einen Blog, den ich gerne zuerst befriedige. Wer Bock hat den zu lesen, er steht irgendwo in meinem Profil drin. Wie immer der Hinweis, der wahrscheinlich auch hier vergessen wird. Ich würde mich im Gästebuch über einen Kommentar freuen (bitte nicht direkt den Beitrag). Auch gerne Kritik, weil ich will mich verbessern.

Punkt 2: Seit 5 Wochen und einem Tag mache ich mit RR2 eine ungewohnte Zwangspause. Bei der Critical Mass den Berg zur Marienkirche im Stehen zu versuchen erwies sich für mein Tretlager als grober Fehler, damit dann noch ca. 5 Tage weiter zu fahren als noch größerer. Aus Gründen, die ich nicht verstehe, ist in dem Tretlager nun auch noch Rost, der verdammt noch mal nicht raus will und alles in mir will einfach mit meiner treuesten Freundin wieder raus die Welt und Grounds entdecken!!! Ich lebe gerade so gesehen auf Fahrradentzug und der tut mir und meinem etwas beleibteren Körper gar nicht gut. :(
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